Warum wird ein Drehstrom-Induktionsmotor auch Drehstrom-Asynchronmotor genannt?
Die Statorwicklung eines Dreiphasen-Induktionsmotors wird durch eine Dreiphasen-Wechselstromversorgung gespeist, und der Strom in der Rotorwicklung wird durch elektromagnetische Induktion erzeugt, wodurch elektrische Energie in mechanische Energie umgewandelt wird.

Wird die Dreiphasenwicklung des Stators mit symmetrischem Drehstrom versorgt, entsteht im Motor ein rotierendes Magnetfeld. Dreht sich das Magnetfeld im Uhrzeigersinn, schneiden die Stäbe des Rotorkäfigs die magnetischen Induktionslinien gegen den Uhrzeigersinn. Dadurch entstehen induzierte elektromotorische Kraft und induzierter Strom in den Stäben des Rotorkäfigs. Da der Rotorstrom nicht durch Energiestrom, sondern durch Induktion erzeugt wird, spricht man von einem Dreiphasen-Induktionsmotor.
Die Richtung der auf die Stäbe des Rotorkäfigs wirkenden Magnetkraft lässt sich durch das Ampèresche Gesetz bestimmen. Unter der Einwirkung dieses elektromagnetischen Drehmoments dreht sich der Rotor ebenfalls im Uhrzeigersinn, wobei seine Drehrichtung mit der Drehrichtung des Magnetfelds übereinstimmt. Die Drehzahl des Rotors hängt von der Belastung der Rotorwelle ab, muss jedoch immer niedriger sein als die Drehzahl des rotierenden Magnetfelds. Andernfalls verlangsamt er sich aufgrund des fehlenden elektromagnetischen Drehmoments und der Wirkung des Widerstandsdrehmoments. Daher wird der Drehstrom-Induktionsmotor auch als Drehstrom-Asynchronmotor bezeichnet.
Da die Rotordrehung mit der Drehung des Magnetfelds übereinstimmt und die Drehrichtung des Magnetfelds durch die Phasenfolge des Stroms bestimmt wird, führt der Wechsel der Phasenfolge des Stroms beim Vertauschen zweier Stromleitungen zu einer Umkehrung der Drehrichtung des rotierenden Magnetfelds und damit auch zu einer Richtungsänderung des Rotors. Man sieht, dass bei einem Drehstrom-Asynchronmotor die Drehrichtung der Rotorwelle durch Vertauschen zweier beliebiger Stromleitungen bequem geändert werden kann.










